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John Norris und Damaris Masham im Räderwerk der Liebe: Malebranche zwischen den Konfessionen

Abstract

Der Beitrag behandelt an einem Beispiel die Malebranche-Lektüre im England der Mitte des 17. Jahrhunderts und rekonstruiert eine Debatte, die zwischen dem Neuplatoniker John Norris, seiner Briefpartnerin Mary Astell und der Locke-Schülerin Damaris Masham ausgetragen wurde. Welche Reichweite durfte das Gebot der Gottesliebe in Anspruch nehmen? Im Gefolge von Malebranche, der Gott zum alleinigen Urheber unserer Ideen erhoben hatte, hatte John Norris jede Form der Zuneigung zu untergeordneten Objekten verworfen und für sie lediglich ›Wohlwollen‹ eingefordert. Im Dialog mit Mary Astell, die zunächst eine Reihe von Einwänden formulieren konnte, hatte der englische Prediger diese Sichtweise, wie hier gezeigt wird, weiter radikalisiert. 
Masham jedoch weist Norris’ Argumente mit Nachdruck zurück, wendet sich gegen Malebranches Epistemologie und beharrt auf einer Staffelung der Liebe, die auch den Nächsten ausreichend Eigenrecht erlaubt. Als Resultat dieses Beitrags sticht hervor, dass sich alle jeweils konträren Positionen von den Protagonisten als katholisch diskreditieren ließen.

Schlagwörter

Nicolas Malebranche, John Norris, Mary Astell, Damaris Masham, Gottesliebe, Nächstenliebe, Konfessionalisierung

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