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Die Reformation in Augsburg und die kontroverstheologischen Schriften von Bernardino Ochino

Abstract

Der Beitrag situiert die Schaffensperiode Ochinos während seiner Zeit als Prädikant in der Augsburger St.-Anna-Kirche innerhalb der von den Offizinen mitgeprägten reformatorischen und religionspolitischen Pluralisierungsbewegungen Augsburgs. Deutsche Übersetzungen der Schriften Ochinos erschienen bei Philipp Ulhart dem Älteren, dessen durchaus radikalreformatorisch, aber auch katholisch geprägtes Programm emblematisch für die Offizinen-Aktivitäten und die Offenheit der Stadt für neue, auch von Luther argwöhnisch betrachtete Lehren stehe. Der in Italien gefeierte Prediger Ochino wiederum war vom Papst nach Rom vorgeladen worden, nachdem er Giulio della Rovere verteidigt hatte, gelangte aber mit Hilfe der Empfehlung Calvins nach Augsburg und wurde gegen Ende seines Lebens von Zürcher Theologen als Häretiker diffamiert. Vielleicht erwies sich Ochino gerade deshalb mit sei-nen gefragten Predigten für die Augsburger Offizinen als profitabel. Anhand seiner Kommentare zum Galaterbrief aus der Augsburger Offizin Valentin Otmars erläutert der Beitrag Ochinos caritas ordinata-Lehre, im Zuge derer der Prediger die Frage nach dem Verhältnis zwischen fides und cognitio in einem Wirkzusammenhang vereint – im Gegensatz zur lutherischen Lehre, die beide Entitäten mittels der Rechtfertigungslehre zu trennen sucht. Auch sein Spätwerk spiegelt diese Äquivalenz von Glauben und Wissen wider. Es führt Ochino immer wieder zu spiritualistischen Fragen rund um die Passionsfrömmigkeit und zuletzt in sein Exil nach Austerlitz.

Schlagwörter

Reformationsgeschichte, die Offizinen Ulhart und Otmar, Kommentare zum Galater-Brief, Michelangelos Kruzifixus für Vittoria Colonna, Passionsfrömmigkeit

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